Fotowettbewerb „Leben mit Corona – Mehr als die Risikogruppe“ – Bilder vom Leben älterer Menschen während der Corona-Pandemie

Sie zählen zur Gruppe der Über-65-Jährigen und fotografieren gerne? Oder Sie kennen ältere Menschen, die zur Corona-Risikogruppe zählen, und haben diese fotografiert?


Schicken Sie uns Ihre Fotos aus der Pandemie bis zum 20. September 2021.

Altersbilder in deutschen Medien während der Covid-19-Pandemie

Während der Covid-19-Pandemie ist die Kategorie „Alter“ verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte in Deutschland gerückt. Regelhaft fällt in den Medien der Begriff der ‚Risikogruppe‘, wenn über ältere Menschen gesprochen wird. Dieser Sachverhalt ist für die Realität des Alter(n)s bedeutsam, da mediale Altersbilder auch eine wirklichkeitserzeugende Funktion besitzen. Denn nach den Erkenntnissen der Gerontologie stellen mediale Altersbilder eine wesentliche Quelle des impliziten und expliziten Wissens über die Lebensphase Alter und ältere Menschen dar.

Wie schützen wir die Schwachen?

Eine alte Großmutter in einer Schutzmaske blickt aus dem Fenster, um sich selbst zu isolieren. Ältere Frau in Quarantäne zu Hause.
Ein typischer Titel ebenso wie ein typisches Fotomotiv während der Covid-19-Pandemie.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie fallen Altersdarstellungen in deutschen Medien während der Covid-19-Pandemie aus? Hält die Konjunktur (teilweise übersteigert) positiver, kompetenzorientierter Altersbilder der letzten Jahrzehnte – das heißt jene der aktiven und fitten Alten – an? Oder kommt es – was zu befürchten ist – zu einem Rollback des Bildes älterer Menschen als Schwache, Schutz- und Hilfsbedürftige? Erhalten ältere Menschen selbst ‚eine Stimme‘ in der öffentlichen Debatte, oder wird vielmehr über sie gesprochen?

Das Forschungsprojekt umfasst zwei Teilstudien.

In Teilstudie 1 untersuchen wir, in welchem Umfang ältere Menschen in Polit-Talkshows als Gäste eingeladen werden und welche Positionen sie dort vertreten.
Komplementär dazu analysiert Teilstudie 2 die visuellen Darstellungen (Fotos) älterer Menschen in journalistischen Artikeln zu Covid-19 in Online-Nachrichtenportalen. Der methodische Ansatz kombiniert eine Framenanalyse mit quantitativer Inhaltsanalyse.

Aus der Verschränkung von Teilstudie 1 und 2 können die medialen Selbstrepräsentationen älterer Menschen Fremdrepräsentationen entgegengesetzt werden.

Auf wissenschaftlicher Ebene will das Forschungsprojekt IM/AGE-19 einen interdisziplinären Beitrag zur Erforschung der sozial-kulturellen Konstruktionen von Alter in Zeiten einer historischen Ausnahmesituation leisten. Im Mittelpunkt der Analyse stehen dabei Altersrepräsentationen in politischen Talkshows und Nachrichtenportalen.  

Auf gesellschaftlicher Ebene besteht das Studienziel darin, für Öffentlichkeit und Medienschaffende Formen der Thematisierung und Inszenierung von Alter transparent zu machen und damit zur Selbstreflexion eigener Altersbilder einzuladen. Indem die vermeintliche Wahrheit des einseitig-negativen, ressourcenarmen Bildes älterer Menschen zur Disposition gestellt wird, kann das Projekt einer Stigmatisierung älterer Menschen entgegentreten. Mitte 2021 ist ein Fotowettbewerb und im Frühjahr 2022 ein Webinar für Medienschaffende geplant.

Auftraggeber: Josef und Luise Kraft-Stiftung

Das interdisziplinäre Projektteam von IM/AGE-19 besteht aus Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Psychologische Alternsforschung, Soziale Gerontologie und Medienwissenschaften

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Projektbeteiligte

Projektleitung

Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler

Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler ist Professorin für Gerontopsychologie an der MSB Medical School Berlin. Sie ist Mitglied des DFG-Forschernetzwerks „Altersbilder: Über ein dynamisches Lebensspannen-Modell zu neuen Perspektiven für Forschung und Praxis“ und seit ihrer ersten eigenen empirischen Studie aus dem Jahr 2001 mit der Erforschung von Altersbildern „in den Köpfen“ wie auch in den Medien befasst. Als Psychologische Psychotherapeutin fürchtet sie, dass ein neuer, durch die Medien transportierter ‚COVID ageism‘ einen Risikofaktor für die psychische Gesundheit älterer Menschen darstellen könnte. Mehr erfahren Sie unter den folgenden Links:

Profilbild von Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler

Co-PI

Prof. Dr. Annette Franke

Prof. Dr. Annette Franke ist Professorin für Gesundheitswissenschaften, Soziale Gerontologie und Methoden und Konzepte der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Themen wie Gesundheit und Übergänge im Lebenslauf, Pflege bei räumlicher Distanz (Distance Caregiving) sowie senior entrepreneurship. Dabei legt sie besonderen Fokus auf soziale Ungleichheit und Heterogenität im Alter. Als Sozialwissenschaftlerin ist sie überzeugt, dass Altersstereotype wenig förderlich für die Bekämpfung einer Pandemie sind.

Profilbild von Prof. Dr. Annette Franke

Senior Scientist/ Projektmitarbeiterin

Dr. Janina Myrczik

Dr. Janina Myrczik ist Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department Psychologie an der MSB Medical School Berlin. Sie hat zuvor unter anderem zu Pflege bei räumlicher Distanz und zu Selbstständigkeit und Alter(n) geforscht. Ihr Interesse gilt verinnerlichten Altersbildern im Wechselspiel mit äußeren Strukturen und deren Veränderungen. In Bezug auf die Covid-19-Pandemie wünscht sie sich, dass in der Medienlandschaft die Pluralität der Lebenslagen im Alter repräsentiert wird.

Profilbild von Dr. Janina Myrczik

Externer Projektbeteiligter

Prof. Dr. Clemens Schwender 

Prof. Dr. Clemens Schwender ist Dozent für Mediengeschichte und Medienanalyse an der Filmuniversität Babelsberg. Er ist unter anderem Mitglied bei der Gesellschaft, Altern, Medien (GAM e.V.). Er hat sich in der Vergangenheit bereits in einigen Projekten mit Mediendarstellungen des Alters sowie mit altersabhängigen Rezeptionsweisen beschäftigt. Er fragt sich, wie die mediale Inszenierung als Risikogruppe von älteren Menschen selbst wahrgenommen wird.

Profilbild von Prof. Dr. Clemens Schwender

Beteiligte Gastwissenschaftlerin

Dr. Catherine Bowen

Dr. Catherine Bowen forscht als Gastwissenschaftlerin in der Arbeitsgruppe Gerontopsychologie an der MSB Medical School Berlin. Auch sie ist Mitglied des DFG-Forschernetzwerks „Altersbilder: Über ein dynamisches Lebensspannen-Modell zu neuen Perspektiven für Forschung und Praxis“. Als Psychologin interessiert sich für die subjektiven Vorstellungen vom Altsein und Älterwerden, und dafür, wie individuelle Altersbilder entstehen und welche Effekte sie haben. 

Profilbild von Prof. Dr. Annette Franke

Im Auftrag von:

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